Die Schlacht von Worringen

Düsseldorf entstand etwa um 1100 als kleine Fischersiedlung an der Düsselmündung am Rhein und bestand damals aus lediglich einigen Häusern. Die Erhebung der Düsseldorfer Kirche zur selbständigen aus dem Jahr 1206, sowie die Einrichtung einer Fähre zwischen Düsseldorf und Neuss im Jahre 1263 durch die Gräfin Margareta von Berg ließen die Siedlung aufblühen und der Ortschaft bereits eine gewisse Bedeutung als Übergangs- und Durchgangsstelle für den Handel zwischen dem rechten und dem linken Rheinufer zukommen.

Die Schlacht von Worringen
Quelle: Die Schlacht von Worringen, Illustration aus Brabantsche Yeesten von Jan van Boendaele (ca. 1316–1350)

Die entscheidende Entwicklung der Stadt Düsseldorf, liegt jedoch im Limburger Erbfolgestreit begründet:

Wappen von bergIm Jahre 1282 starb Herzog Walram IV. von Limburg (aus dem Hause Luxemburg). Seine Tochter Irmgard erhielt am 18. Juni 1282 das Herzogtum Limburg vom deutschen König Rudolph als Lehen. Für den Fall, dass Irmgard vor ihrem Ehemann, dem Graf Reinald von Geldern, sterbe, erhielt dieser die Zusicherung, dass ihm die Herrschaft über das Herzogtum zustehe. Im folgenden Jahr starb Irmgard, so dass Reinald von Geldern die Herrschaft über das Herzogtums Limburg übernahm. Doch auch andere Adelige waren erbberechtigt, und sahen ihre Interessen in diesem Gebiet gefährdet. Sie bestanden auf ihren Erbrechten. Unter ihnen die Grafen von Luxemburg und von Berg, die die größten und vom Verwandtschaftsgrad gewichtigsten Ansprüche stellten konnten.

Limburg war für die einzelnen Parteinen territorial ein interessantes Gebiet. Die bedeutendsten Übergänge über den Mittellauf der Maas (heutige Holland bei Venlo & Roermond) befanden sich dort und die strategisch wichtige Lage Limburgs an der Handelsstraße Brügge – Köln – Maastrich machten das Gebiet noch wichtiger. Adolf von Berg, dessen jüngerer Bruder der vorherige Herrscher Limburgs gewesen war, befürchtete eine potentielle dauerhafte Verknüpfung von Geldern und Limburg unter der Herrschaft von Reinald von Geldern, was seinen Einfluss nach Westen beschnitten hätte. Dieser veräußerte jedoch seine Rechte an den Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg, der eine aggressive Expansionspolitik betrieb.

Adolf von Berg erkannte die Aussichtslosigkeit, sich gegen Siegfried von Westerburg durchzusetzen und trat seinen Anspruch auf das Erbe an Johann I. von Brabant ab, für dessen ostwärts des Rheins gerichtete Expansionspolitik das Herzogtum Limburg günstig gelegen war.

So wurde der Erbstreit um Limburg zur Sache der beiden großen Mächte der Region, dem Herzogtum Brabant und dem Erzbistum Köln.

Allmählich entstanden durch Bündnisse zwei mächtige Koalitionen, an denen fast alle rheinischen Fürsten beteiligt waren. Die schweren Kämpfe zogen sich jahrelang hin. Die Entscheidung fiel am 5. Juni 1288 in einer der blutigsten Schlachten des Mittelalters bei der ‘Schlacht von Worringen’. Die Partei der Brabant und Berg siegte, wobei die Aufgebote der bergischen Bauern wohl den Ausschlag gaben. Eine Legende erzählt von Boten, die, als die Schlacht auf der Kippe stand, in die umliegenden Dörfer ritten um die dort lebende Bevölkerung zu bewaffnen und in die Schlacht gegen den Kölner Erzbischof zu führen. Die düsseldorfer Bauern kamen den Brabant zur Hilfe und sollen nur mit Keulen und Mistgabeln in die Schlacht gezogen sein.

Siegfried von Westerburg geriet in die Gefangenschaft des Grafen von Berg und wurde nach Schloss Burg bei Solingen gebracht. Auf seinem Weg dorthin rastete der Graf von Berg mit seinen Gefolgsleuten und seinem hohen Gefangenen in Düsseldorf. Die Kinder der Düsseldorfer sollen beim Eintreffen des Grafen vor lauter Freude als Begrüßung ‘ein Rad geschlagen haben’, was diesen Brauch erklärt.

Wappen Erzbischof Köln
Graf Adolf von Berg verlieh zwei Monate später, dem Dorf an der Düsselmündung als Dank für die Hilfe der Bewohner in der Schlacht die Stadtrechte, welche die Bürger von allen Steuerpflichten befreiten. Die Stadt sollte gefördert werden um die Stellung der von Bergs am Rhein mit der wichtigen Fährverbindung nach Neuss zu sichern und in der Folgezeit durch eine Stadtbefestigung gesichert, gegen die führende kölner Handelsmacht anzugehen.

Der Traum eines niederrheinischen Großstaates unter dem Kölner Krummstab, den Siegfried von Westerburg angestrebt hatte, war ausgeträumt. Das Rheinland blieb in eine Reihe etwa gleich großer Kleinstaaten aufgesplittert, die allesamt weiterhin dem deutschen König unterstanden. Limburg fiel an den Herzog von Brabant und die Hegemonie des Erzstifts Köln war am Ende.